
Dreidimensionales Gestalten
Architekturkonzept für ein Präsentationsmodul
Papiermodell im Maßstab 1:40
Entwurfsprozess im Raum
Im Fach Dreidimensionales Gestalten entstand dieses Papiermodell [120cm x 100cm x 60cm, Maßstab 1:40]. Die Aufgabe bestand darin, ein Präsentationsmodul zu entwerfen für einen beliebig zu wählenden Gegenstand. Aufgrund meines Interesses am schöpferischen Prozess [Gedankenarbeit, Entwurf, Realisierung] fiel meine Entscheidung auf das Schreibgerät als zu präsentierendes Objekt. Die schriftliche oder zeichnerische Fixierung einer Idee mit Hilfe eines Werkzeugs ist einer der zentralen Vorgänge im Entwurfsprozess. Das Präsentationsmodul ermöglicht es dem Besucher, den Entwurfsprozess auch räumlich zu erleben.
Architektonische Umsetzung
Basierend auf den zentralen Schritten des schöpferischen Arbeitens setzt sich das architektonische Konzept des Präsentationsmoduls wie folgt zusammen:
Der obere Teil des Modells [Gedankenwolke] steht für die Masse an chaotischen Ideen, Gedanken und Inspirationen zu einem Thema. Aus dieser Gedankenwolke schießen sich verjüngende Blitze [Geistesblitze] hinab, was die Konkretisierung einer Idee symbolisiert. Im Mittelteil des Modells werden die konkreten Ideen nun mit Hilfe eines Schreibgeräts auf einem Trägermaterial fixiert. Dies geschieht in dem Modell auf drei Arten, die eine Zeitreise durch die Geschichte der Schreibgeräte darstellen: 1. der mit der Feder geschriebene Liebesbrief; 2. die Entwurfszeichnung eines Architekten; 3. die abstrakte Zeichnung auf einem Screen, der auf die Bewegung der Hände reagiert. Hinter oder unter jeder dieser drei Schreib- bzw. Zeichenflächen entsteht die konkrete Umsetzung des Entwurfs: Ein Liebespaar findet zusammen. Ein Haus wird gebaut. Eine abstrakte Skulptur wird geformt.
Das architektonische Konzept beschreibt, welche zentrale Rolle die Niederschrift eines Gedankens spielt: Sie ist Bedingung und Vorstufe zur Schaffung von Realität.
Multimediale Nutzung
Das Konzept schließt die multimediale Nutzung sämtlicher architektonischer Flächen ein. Diese Flächen bestehen dann entweder aus Screens oder werden mit Hilfe von Beamern als Projektionsflächen genutzt. So kann ein ständig wechselnder Bilderfluss stattfinden - von der Gedankenwolke bis aufs Zeichenbrett. Bewegungen von Menschen, die sich im Präsentationsmodul befinden, können darüber hinaus als Input für interaktive Animationen auf den Flächen des Moduls verwendet werden.