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Ausbildung / Praktisches Lernen / Interviews / Pleasure

Pleasure Snowboard Magazine

GESCHÄFTSFÜHRER BENE HEIMSTÄDT
Persönliches Interview, 12.2004, Fragen von Birgit Pausch und Sabine Brambach

Allgemeines über Pleasure
Das Pleasure Snowboard Magazin ist eines der größten und beliebtesten Snowboard-Magazine Europas. Offiziell existiert das Magazin seit 1999. Inoffiziell und „nur als Hobby“, besteht es bereits seit 1996. Damals kam, angesichts der nicht befriedigenden Snowboard-Zeitschriften, die Idee auf, ein eigenes Heft zu machen. Der studierte Kommunikationswissenschaftler Bene Heimstädt, Chris Heubl, der für Anzeigen und Marketing verantwortlich ist und der befreundete Grafikdesigner Markus Fischer, wollten ein Magazin schaffen, dass das Lebensgefühl der Snowboarder einfängt. Im Jahr 1997 wurde die erste Ausgabe veröffentlicht, seit 1999 wird das Pleasure Snowboard Magazin professionell produziert und vermarktet, ist aber nach wie vor verlagsunabhängig. Fünf Mitarbeiter - drei Redakteure, ein Grafiker und ein Verantwortlicher für Marketing und Anzeigen - sind feste Angestellte beim Magazin. Hinzu kommen noch einige freie Redakteure und Fotografen. Im Grafikbereich gibt es nur eine feste Stelle. Der Grafiker wird jedoch zwei Wochen vor dem Drucktermin von einer Freiberuflerin [LINK] beim layouten unterstützt.

Allgemeines zum Praktischen Lernen
Das Pleasure Snowboard Magazin bietet eine Praktikantenstelle im Redaktionsbereich, die sich großer Beliebtheit erfreut. Nachdem nur Praktikanten mit Vordiplom eingestellt werden handelt es sich somit um ein Studienbegleitendes Praktikum. Die Stelle wird immer für sechs Monte vergeben, wobei das Winterhalbjahr auf Grund der Snowboard-Saison wesentlich interessanter ist als das Sommerhalbjahr.
Im Allgemeinen geht die Arbeitszeit von 9.00 Uhr bis 18.00 Uhr, mit einer bis eineinhalb Stunden Mittagspause. Ab und zu ist es erforderlich, am Wochenende auf ein Event zu fahren - eigentlich eine zusätzliche Arbeit zu den üblichen Zeiten. Allerdings wird diese Abwechslung gerne angenommen. Bei Pleasure Snowboard Magazin verdient man wie bei vielen anderen Unternehmen auch die üblichen 400,- Euro im Monat.

Bewerbung bei Pleasure
Die Auswahl der Praktikanten trifft die Geschäftsführung persönlich. Über die Art und Weise, wie sich die Leute bewerben ist der Geschäftsführer alles andere als erfreut. 85% der Bewerbungen - häufig per formloser e-mail - "müssten gleich im Mülleimer landen". Grundsätzlich sollten nur aussagekräftige Bewerbungsunterlagen mit Arbeitsproben aus früheren Jobs oder einem Artikel mit Bezug zum Snowboarden, der nach Meinung des Bewerbers im Pleasure Snowboard Magazin veröffentlicht werden könnte, eingereicht werden. Originelle, mit viel Mühe gemachte oder gut formulierte Bewerbungen schaffen es immer zu einem Vorstellungsgespräch.

Erwartungen und Voraussetzungen
Vorraussetzung für das Praktikum sind selbstverständlich die notwendige Affinität zum Snowboarden, ein gutes Sprachgefühl und die richtige Einstellung. Nur zu Pleasure Snowboard Magazin zu wollen, weil es „cool“ ist, reicht nicht, sondern es wird auch das Interesse an der Medienbranche vorausgesetzt. In der Regel nimmt das Pleasure Snowboard Magazin ausschließlich Praktikanten/innen mit Vordiplom - jedoch aus den unterschiedlichsten Studienrichtungen. Da ein hohes Maß an Selbstständigkeit in einem so kleinen Team notwendig ist sollte der Bewerber über 20 Jahre alt sein.

Tätigkeitsspektrum des Praktischen Lernens
Die Praktikanten/innen übernehmen zu Beginn einfache Aufgaben wie zum Beispiel die Formulierung von Pressemitteilungen und die Pflege der Webseite oder die Bearbeitung von Abo- und Merchandise-Artikel-Bestellungen. Später wird der Tätigkeitsbereich immer mehr erweitert, bis sie die Aufgaben eines eigenständigen Redakteurs übernehmen können. Das bedeutet, dass der/die Praktikant/in Interviews führt und Berichte selbständig recherchiert, die bei angemessener Qualität im Heft veröffentlicht werden.

Einstellungsmotivation des Pleasure Snowboard Magazin
Der "Lehrauftrag" hängt stark von der Motivation der Leute ab, die zu Pleasure Snowboard Magazin kommen. Bei Praktikanten/innen, die kommen, weil sie es einfach cool finden bei einem Snowboardmagazin zu arbeiten, geht es in erster Linie darum sie aus der Freizeitgesellschaft in die  Realität zu holen. Den anderen, die sich vor allem für den Medienbereich interessieren, sollen die Abläufe und die Problematiken vermittelt werden, mit denen ein kleines eigenständiges Magazin zu kämpfen hat. Die journalistische Weiterentwicklung steht daher eher im Hintergrund.

Erfahrungen
Das Team des Pleasure Snowboard Magazins lernt auch von seinen Praktikanten, die ihr im Studium erlerntes Wissen mit einbringen können und sollen. Ein Marketingstudent hat beispielsweise den Merchandise-Shop aufgebaut, der in dieser Art und Weise heute noch weiter geführt wird.

Zusammenarbeit nach Beendigung des Praktikums
Die Zusammenarbeit nach dem Praktikum ist sehr unterschiedlich: Ein Praktikant wurde fest übernommen, einer arbeitet als freier Fotograf. Zu anderen aber ging jeglicher Kontakt verloren. Grundsätzlich besteht jedoch fast immer die Möglichkeit für Folgejobs. Eine Festanstellung ist Aufgrund der kleinen Redaktion eher unwahrscheinlich.


PRAKTIKANT CHRISTIAN
Bereich Redaktion, Befragung per e-mail, 01.2005

Allgemeines
Christian ist 22 und hat im Jahr 2001 seine Schullaufbahn mit dem Abitur beendet. Er studiert seit vier Semestern Kommunikationswissenschaft, Politik und Amerikanistik an der Ludwig-Maximilian-Universität in München. Von September 2002 bis Dezember 2002 absolvierte er bei BMW South Afrika sein erstes Praktikum. Seit Oktober 2004 bis voraussichtlich April 2005 ist er Praktikant in München beim Pleasure Snowboard Magazin.

Bewerbung bei Pleasure Snowboard Magazin
Beweggründe für die Bewerbung waren einerseits der Wunsch, den Arbeitsablauf in einer kleinen Redaktion, andererseits die journalistische Tätigkeit unter Zeitdruck kennen zu lernen. Sich bei Pleasure Snowboard Magazin zu Bewerben war vor allem wegen dem persönlichen Bezug zum Snowboarden  interessant. Nach einer telefonischen Anfrage erfolgte eine Bewerbung mit Anschreiben, Lebenslauf und einigen Arbeitsproben.

Erwartungen an das Praktikum
Christian dachte, dass er für seine Acht-Stunden-Tage in der Redaktion, in denen er als Haupttätigkeit der Recherche und der Ausformulierung von Artikeln nachgehen würde, keinerlei Gehalt bekommen würde. Sein wichtigstes Lernziel war, den Arbeitsalltag in einer kleinen Redaktion kennen zu lernen und das Verfassen von Artikeln unter Zeitdruck zu bewältigen. Darüber hinaus wünschte er sich, auch an der gestalterischen Umsetzung des Heftes mit beteiligen zu dürfen.

Erfahrungen während des Praktikums
Die Arbeitszeit stellte sich als etwas länger als erwartet heraus und liegt in etwa bei neun Stunden. Als Gehalt werden ihm die üblichen 400 Euro gezahlt. Die Tätigkeiten umfassen eigenständige Recherche, das Verfassen von Texten und die Anwendung von HTML für die Pflege der Webseite. Somit konnte der Praktikant eine professionelle Arbeitsweise, verschiedene Abläufe und technische Hintergründe der Produktion kennen lernen. Außerdem bekam er eine Einblick in das Snowboardgeschäft und die Szene.
Bei der Ausführung seiner Aufgaben hatte Christian die Möglichkeit seine Ideen selbst umzusetzen. Neue Ideen oder Themenvorschläge für das Heft wurden allerdings nur wenige realisiert. Da im Bereich Grafik die Abläufe in der Redaktion fest und zeitlich knapp koordiniert sind, gab es für ihn keine Möglichkeit, sich an der Gestaltung zu beteiligen. Die generelle Unterstützung von Seiten der anderen Mitarbeiter empfand er als nicht herausragend, dennoch wurde auf Fragen seinerseits ausreichend eingegangen.

Fazit
Bei einer Einordnung nach Schulnoten würde Christian seiner Praktikantenstelle eine Drei geben. Er wurde sicherer und besser im Formulieren von Texten, hätte sich aber mehr Tätigkeit im grafischen Bereich gewünscht. Manchmal vermisste der Praktikant auch eigenständiger Arbeiten zu können.Als positiv empfand er, die Arbeitsweise und Abläufe, technischen Hintergründe und die Produktion eines eigenständigen Magazins miterleben zu können. Darüber hinaus konnte er viele nette Leute kennen zu lernen und einen tiefen Einblick in das Snowboard-Geschäft und die Szene bekommen.

Stand: 02.2005

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