Designcenter Muenchen | Projektzentrum fuer Design an der Fachhochschule Muenchen
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Feuilleton / Interviews / Anne Bergner

Anne Bergner | Industriedesign und Produktgrafik
Fragen von Margit Drescher und Björn Schmidt
{ schmidt@<spamschutz>designcenter-muenchen.de }

Anne Bergner, geboren 1967, ist ausgebildete Goldschmiedin und machte ihr Diplom im Fach Produktdesign an der Kunstakademie Stuttgart. Heute führt sie ihr eigenes Unternehmen FORMINTERNATIONAL. Sie ist Gewinnerin des Braun Preises und erhielt mehrere Auszeichnungen, unter anderem den bayrischen Staatspreis für Nachwuchsdesigner.

SCHRIFTLICHES INTERVIEW
geführt im Februar 2005

Wie definieren Sie Industrialdesign?
Das Gestalten industriell hergestellter Produkte.

Welche Bedeutung hat für Sie Design?
Für mich persönlich eine sehr große, ich beschäftige mich einen Grossteil meiner wachen Stunden damit und es ist für mich eine sehr spannende und erfüllende Beschäftigung. Aber ich definiere mich nicht ausschließlich dadurch.

Warum wurden Sie Designer?
Weil ich darin das ideale Spielfeld für Kreativität, Erfindungslust und Ästhetik gesehen habe und immer noch sehe.

Warum unterrichten Sie jetzt?
Weil ich gemerkt habe, dass ich das gut kann und es mir großen Spaß macht andere zu eigenen Erkenntnissen zu verhelfen, zu motivieren und geistig in Bewegung zu bringen.

Wie würden Sie Ihren Beruf selbst bezeichnen?
Gestalterin.

Sind Sie neben Ihrer Lehrtätigkeit noch künstlerisch aktiv?
Ja.

Welche Ziele haben Sie im Bezug auf Design und Gestaltung?
Qualität und stete Weiterentwicklung.

Wie möchten Sie die Entwicklung von Design und Gestaltung beeinflussen?
Durch Produkte und Projekte die andere zu anderem inspirieren. Durch die Lehre.

Haben Sie Vorbilder (im Bereich Design und außerhalb)?
Achille Castiglioni, Bruno Munari, Charles & Ray Eames, Richard Buckminster Fuller, Rem Kohlhaas, Elsa Schiaparelli, Ada Lovelace, Edward O. Wilson, Olafur Eliasson, Anish Kapoor, Rosemarie Trockel usw.

Wovon lassen Sie sich inspirieren?
Durch Kunst, Technik, Architektur, Musik, Menschen, Orte, Texte, Spielen.

Gibt es eine konkrete Erfahrung, die sie geprägt hat?
Als mein betreuender Professor Sapper mir eine schlechte Note angedroht hat bei der Vorstellung meines Diplomthemas und mich bei der Diplompräsentation dann stolz an die Brust gedrückt hat.
Alle wirklich guten Arbeiten die einen motivieren erst dann aufzuhören wenn man wirklich zufrieden ist.
Auch in „designfremden“ kreativen Bereichen zu arbeiten und dabei gut zu sein.

Was ist Ihre persönliche Motivation für den Beruf als Designer?
Denn „Flow“ beim Entwerfen. Das Gefühl beim kreativen Arbeiten und wenn man auf der Spur von etwas wirklich Guten ist. Neugierde.

Und was ist Ihre Motivation als Dozent?
Siehe Frage „Warum wurden Sie Designer? Warum unterrichten Sie jetzt?“.

Haben Sie sich Ihren Beruf als Designer so vorgestellt wie er ist?
Das weiß ich ehrlicherweise gar nicht mehr, ich glaube schon.

Entspricht Ihr Beruf als Dozent Ihren Vorstellungen?
Nein, nicht so ganz.

Wie wird sich in Ihren Augen unser Beruf verändern?
Mehr Interdisziplinarität, Breitere Betätigungsfelder, mehr „Blick-über-denTellerrand wird gefragt werden (unter anderem in Bezug auf Gesamtheit von Unternehmen etc.), Gestaltungkompetenz auch in Bezug auf die eigne Tätigkeit.

Seit wann unterrichten Sie?
Seit WS 2001.

Was waren Ihre Beweggründe, an die Fachhochschule München zu gehen?
An der FH wird oder ist auch schon einiges in Bewegung, kann spannend werden.

Was glauben Sie, befähigt Sie im besonderen Maße Studenten zu unterrichten?
Gestaltungskompetenz, analytische Kompetenz und die Fähigkeit individuell und präzise zu beraten, Fähigkeit zu motivieren und zum Immer-Weiter-Denken anzustacheln.

Arbeiten Sie gerne mit Studenten?
Sehr.

Unterrichten Sie gerne?
Sehr.

Welche Vorraussetzungen sollten Design-Studenten für das Studium mitbringen?
Große Kreativität, Neugierde, technisches Interesse und Erfindungsergeiz, Gefühl für Ästhetik, Begabung für konzeptionelles Denken.

Was sind die häufigsten Fehleinschätzungen der Studienanfänger?
Das man möglichst schnell so arbeiten wollen, wie sie später im Beruf arbeiten werden. Kommt früh genug. Das Design ausschließlich aus dem erstellen dufter Renderings besteht ...

Haben Sie konkrete Empfehlungen an die Studenten (vor, während und nach dem Studium)?
Ins Ausland gehen für mindestens ein Semester, sich nicht nur für Design interessieren, gute Parties organisieren, einen eigenen gestalterischen Willen entwickeln.

Bilden Sie sich weiter, wo und wie?
Seminare, Lektüre, Gespräche.

Wie würden Sie Ihr Unterrichtskonzept beschreiben?
Eigene Erfahrungen machen lassen, (erst dann Theorie wenn nötig), Anstacheln zu eigenen Erkenntnissen, Fragen stellen.

Wo liegen Ihre inhaltlichen Schwerpunkte, die sie vermitteln wollen?
Konzeptionelles Denken, Blick fürs Ganze, Qualitätsbewusstsein.

Wo wollen Sie Ihre Studenten hinbringen?
Zu einer fundierten eigenen Meinung, Erkenntnissen und Erfahrung.

Wie erkennen Sie Talente?
An ihrem beweglichen Geist und ihren tollen Ideen.

Wie fördern Sie diese?
Indem ich sie fordere, motiviere und berate.

Was sagen Sie zur Bildungsmisere in Deutschland?
Ah, ein Modethema. Nicht so lange jammern, lieber selber was dran ändern.

Was unterscheidet unsere Fachhochschule von anderen Fachhochschulen, Universitäten und Akademien?
Praxisbezug, Automobil Neigung,  bisschen wenig präsent im Deutschland Bezug.

Was ist Ihre Meinung zu der aktuellen Designkultur in München?
Ausbaufähig! Sollte sich zum Teil nicht so ernst und wichtig nehmen und mehr ausprobieren.


INFORMATIONEN ZU ANNE BERGNER

Kontakt
bergner@forminternational.com
www.forminternational.com *

Qualifikationen
Goldschmiedefachschule (Gesellin)
Diplom Produktdesign an der Kunstakademie Stuttgart

Berufspraxis
Seit 6 Jahren

Ausstellungen
1990 Galerie OS 11, München (Schmuck)
1994 Bayerischer Kunstgewerbe Verein, München (Handspiegel)
Designale, München (Handspiegel)
1995 Magazin, Stuttgart (Leuchten)
1996 Foundation Mercedes Benz, Paris (Wettbewerbsbeitrag Transportationsystem for the Smart)
1999 Stadthalle Kronberg, Taunus (pCO2-Messgerät)
Rat für Formgebung, Frankfurt (pCO2-Messgerät)
Foyer der Braun GmbH, Kronberg, Design Center Vincon, Barcelona (pCO2-Messgerät)
Braun-Preis 1999 Ausstellung (pCO2-Messgerät)
1998 Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg (pCO2-Messgerät)
Ausstellung Bayerischer Staatspreis (pCO2-Messgerät)
2001 Deutsches Hygiene Museum Dresden, Ausstellung „Sex – vom Wünschen und Wissen“ (pCO2-Messgerät)
2002 Aufnahme in die ständige Sammlung (pCO2-Messgerät)

Publikationen u.a. in:
Designreport, MD (Leuchten)
Katalog Designpreis Neunkirchen (Wettbewerbsbeitrag Personenwaage)
Designreport, Form, MD, Süddeutsche Zeitung, Stuttgarter Nachrichten, FAZ, TZ/München, Elle, ZDF, BR, WDR, RTL, Sat 1, Kataloge Bayerischer Staatspreis und Braunpreis (pCO2-Messgerät)
Times of India (Interview und Beitrag zum Thema deutsches Design)
Rolling Stone Magazine, Form, Stereo, BR Zündfunk, M 94,5, N24, Playboy, Sonntagsblick (CH), Maxim (RUS), Zeit Wissen Magazin, Autobild (Rekorderrennen)

Preise
1996 1.Preis im Wettbewerb „Transportsystem für den SMART“, Foundation Mercedes Benz Paris
1997 Neunkirchner Design Preis
1998 Bayrischer Staatspreis für Nachwuchsdesigner, Besondere Anerkennung Lucky Strike Junior Designer Award
1999 1.Preis Braun Preis 1999

Persönliche Interessen
Kunst, Architektur, Kulturen, Wissenschaft, Paläoanthropologie, Menschen, Mode, Technik, Geschichte, Literatur, Alltagskultur, Mediengeschichte, Philosophie, und vieles mehr

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