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Feuilleton / Interviews / Hans Deumling

Hans Deumling | Modefotografie
Fragen von Margit Drescher und Björn Schmidt
{ schmidt@<spamschutz>designcenter-muenchen.de }

Hans Deumling, Jahrgang 1955, studierte zwei Jahre lang an der bayerischen Staatslehranstalt für Photographie in München und arbeitete anschließend als freiberuflicher Assistent in New York und Paris. Seit seiner Meisterklasse für Photographie 1985 arbeite er als freischaffender Fotograf mit den Schwerpunkten Mode-, Portrait- und konzeptionelle Fotografie.

SCHRIFTLICHES INTERVIEW
geführt im Februar 2005

Wie definieren Sie Fotografie?
Fotografie ist die Möglichkeit mit Hilfe technischer Hilfsmittel meine Wahrnehmungen aufzuzeichnen und für andere sichtbar machen zu können.

Welche Bedeutung hat für Sie Fotografie?
Die Bedeutung der Fotografie liegt für mich in der Universalität ihrer Sprache einerseits und in der Funktionalität anderseits. Fotografie ist „Mindrecording“.

Warum wurden Sie Fotograf?
Weil mich Fotografie als künstlerisches Ausdrucksmittel fasziniert hat und ich mir ab einem gewissen Zeitpunkt in meinem Leben nichts anders mehr vorstellen konnte.

Warum unterrichten Sie jetzt?
Wir hatten während unserer Ausbildung viele unglaublich schlechte Lehrer und haben darunter sehr gelitten. Damals wollten wir vieles besser machen. Später vergessen das leider die Meisten uns sind nur noch an ihrem persönlichen Fortkommen interessiert. Als man mich 1992 gefragt hat, ob ich die Modefotografie an der damaligen Fachakademie übernehmen möchte, wusste ich zunächst auch nicht, wie ich das mit meinem Berufsleben vereinbaren sollte. Ich fand es aber wichtig sich an die eigene Studienzeit zu erinnern und die Chance, Dinge besser machen zu wollen, zu nutzen.

Sind Sie neben Ihrer Lehrtätigkeit noch künstlerisch aktiv?
Ja.

Welche Ziele haben Sie im Bezug der Fotografie?
Ich möchte gerne vermitteln, wie unglaublich schön und aufregend das Bildermachen in seiner Ursprungsform sein kann.

Wie möchten Sie die Entwicklung von der Fotografie beeinflussen?
Das bilde ich mir nicht ein zu können.

Haben Sie Vorbilder (im Bereich der Fotografie und außerhalb)?
Vorbilder vielleicht weniger, aber Fotografen, die ich unglaublich gut finde sind: Richard Avedon, Robert Frank und William Eggleston.

Wovon lassen Sie sich inspirieren?
Liebe, Freundschaft, Gespräche, Musik, Filme, Reisen, Literatur

Gibt es eine konkrete Erfahrung, die sie geprägt hat?
Sicherlich meine Nahtoderfahrung

Haben Sie sich Ihren Beruf als Fotograf so vorgestellt wie er ist?
Ja.

Entspricht Ihr Beruf als Dozent Ihren Vorstellungen?
mit weniger Verwaltungsaufgaben und mehr Zeit für das Wesentliche

Wie wird sich in Ihren Augen unser Beruf verändern?
Die Digitalisierung der Bilderwelten wird leider der Tod für viele Techniken sein, da die Industrie die Mittel nicht mehr zur Verfügung stellen wird, die man zum Realisieren benötigen würde. Ich sehe darin leider keinen Fortschritt, wie er so oft propagiert wird, sondern vielmehr die Entwicklung der Fotografie zum Wegwerfprodukt und der Fotograf als deren Lieferant.

Seit wann unterrichten Sie?
seit 1992

Was waren Ihre Beweggründe, an die Fachhochschule München zu gehen?
Die Fachakademie für Fotodesign wurde angegliedert.

Wie finden Sie die Umstellung von Fachakademie auf Fachhochschule?
im Prinzip positiv

Was glauben Sie, befähigt Sie im besonderen Maße Studenten zu unterrichten?
Berufserfahrung, Wissen, Liebe zum Beruf

Welche Vorraussetzungen sollten Fotografie-Studenten für das Studium mitbringen?
Augen, Energie, Willen und Ausdauer

Was sind die häufigsten Fehleinschätzungen der Studienanfänger?
Dass Studieren richtige Arbeit ist.

Haben Sie konkrete Empfehlungen an die Studenten?
Neugierig sein. Nicht alles auf einmal wollen. Sich nicht frustrieren lassen, wenn mal etwas nicht klappt. Zeit zum Lernen nehmen. Mehr Fragen. Fazit: Übung macht den Meister.

Bilden Sie sich weiter?
laufend

Wo und wie?
Im Beruf, im täglichen Dazulernen, Weiterbildung, durch Erfahrungsaustausch mit Kollegen, Literatur, Filme, etc.

Wie würden Sie Ihr Unterrichtskonzept beschreiben?
Learning by doing. Nicht überfordern, nicht unterfordern. Auf den einzelnen eingehen. Sich Zeit nehmen.

Wo liegen Ihre inhaltlichen Schwerpunkte, die sie vermitteln wollen?
Auf der Praxis kombiniert mit dem notwendigen Wissen. Fotografieren heißt Bilder machen. Wer Bilder macht, muss wissen, was es für Bilder gibt und sich der Verantwortung des Machens bewusst sein.

Wo wollen Sie Ihre Studenten hinbringen?
Auf den Weg. Der Weg ist das Ziel!

Wie erkennen Sie Talente?
Ich sehe was, was du nicht siehst.

Wie fördern Sie diese?
Fördern durch fordern. Mit Hartnäckigkeit und Geduld. Einzelunterricht.

Was unterscheidet unsere Fachhochschule von anderen Fachhochschulen, Universitäten und Akademien?
Der Bereich Fotodesign ist durch seinen angewandten Bezug sicherlich einzigartig in Deutschland.

Was ist Ihre Meinung zu der aktuellen Designkultur in München?
Designkultur klingt ein wenig nach Leid. Am Ende braucht man dafür einen Kulturbeutel.


Informationen zu Hans Deumling

Kontakt
Telefon 089.1265-7637 und 089.344388
deumling@fhm.edu und deumling@t-online.de
www.deumling.com *

Qualifikationen
1978 bis 1980 | Studium an der bayerischen Staatslehranstalt für Photographie in München.
1980 bis 1985 | Freiberuflicher Assistent in New York und Paris
1985 | Meisterklasse für Photographie
Seit 1986 | Freischaffender Fotograf in München mit Schwerpunkt Mode-, Portrait- und konzeptionelle Fotografie

Berufspraxis
Seit 1986 als Fotograf in Deutschland, Amerika und Südafrika tätig

Auftraggeber
Werbeagenturen und Direktkunden

Ausstellungen
Seit 1983 im In- und Ausland

Publikationen
Diverse Jahrbücher, Kataloge und Bücher von Auftraggebern

Künstlerische Reputation
Maßgeblich durch die Ausstellungsobjekte der letzten Jahre, wie beispielsweise »achtung«, »wanderlust«, »close your eyes«

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