Designcenter Muenchen | Projektzentrum fuer Design an der Fachhochschule Muenchen
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Feuilleton / Interviews / Christiane Frank

Christiane Frank | Industriedesign
Fragen von Margit Drescher und Björn Schmidt
{ schmidt@<spamschutz>designcenter-muenchen.de }

Christiane Frank, geboren 1972, ist ausgebildete Töpferin und beendete 1999 ihr Industrial-Design-Studium in Darmstadt. Seitdem arbeitet sie als Industrie-Designerin, zuerst in Chicago bei HLB Inc., danach bei Neumeister + Partner in München. Sie ist Trägerin verschiedener Desginpreise, unter anderem gewann sie mehrfach den Red Dot Award.

SCHRIFTLICHES INTERVIEW
geführt im Februar 2005

Wie definieren Sie Industriedesign?
Design bedeutet Lösung von Problemen hinsichtlich unterschiedlicher Aspekte. Es geht nicht nur darum eine schöne Hülle zu gestalten, sondern innenliegende Prozesse zu visualisieren und, im Gegensatz zu unserer momentanen Wegwerfgesellschaft, Produkte mit Werten zu schaffen.

Welche Bedeutung hat für Sie Design?
Passion, Lebenseinstellung.

Warum wurden Sie Designer und warum unterrichten Sie jetzt?
Um Passion zu leben. um mit Passion anzustecken ...

Wie würden Sie Ihren Beruf selbst bezeichnen?
Sehen, verstehen, verbessern ...

Sind Sie neben Ihrer Lehrtätigkeit noch künstlerisch aktiv?
Im täglichen Berufsleben als Senior Industrial-Designer.

Welche Ziele haben Sie im Bezug auf Design und Gestaltung?
Die Welt von ihrem modischen Schnickschnack zu erlösen um langlebige Ästhetik zu schaffen.

Wie möchten Sie die Entwicklung von Design und Gestaltung beeinflussen?
Durch Visionen ...

Haben Sie Vorbilder (im Bereich Design und außerhalb)?
Charles and Ray Eames, Jasper Morrison, Herzog de Meuron, Renzo Piano.

Wovon lassen Sie sich inspirieren?
Technik, Bionik, bestehenden Lösungen, Architektur, Eindrücke, Momenten.

Gibt es eine konkrete Erfahrung, die sie geprägt hat?
... das erste Mal einen space pen in der Hand gehalten zu haben ...

Was ist Ihre persönliche Motivation für den Beruf als Designer?
Bei jeder neuen Aufgabe etwas Perfektes zu schaffen.

Und was ist Ihre Motivation als Dozent?
Diese Passion an die Studenten weiterzugeben.

Haben Sie sich Ihren Beruf als Designer so vorgestellt wie er ist und entspricht Ihr Beruf als Dozent Ihren Vorstellungen?
Die Verantwortung, die man als Designer trägt, wird einem erst bewusst, wenn man seine Produkte auf dem Markt sieht. Man bewegt sich im Gegensatz zum Studium in der Realität und nicht in der Fiktion.

Wie wird sich in Ihren Augen unser Beruf verändern?
Gestaltung wird mehr und mehr gesamtheitlich betrachtet werden, d.h. die einzelnen Bereiche wie Grafik, Architektur, ..., werden mehr zusammenwachsen.

Seit wann unterrichten Sie?
SS 2002 an der FH Hildesheim, seit SS 2004 an der FH München.

Was waren Ihre Beweggründe, an die Fachhochschule München zu gehen?
Durch Kontakt mit den Studenten der FH München.

Was glauben Sie, befähigt Sie im besonderen Maße Studenten zu unterrichten?
Die Erfahrung Produkte zu gestalten, die für andere Designer nicht alltäglich sind.

Arbeiten Sie gerne mit Studenten, unterrichten Sie gerne?
Ja, die Unbefangenheit der Studenten ist eine fantastische Erfrischung zum beruflichen Leben.

Welche Vorraussetzungen sollten Design-Studenten für das Studium mitbringen?
Passion, Durchhaltevermögen, Ehrgeiz, Blick fürs ganze und die liebe zum Detail.

Was sind die häufigsten Fehleinschätzungen der Studienanfänger?
Man muss offen sein für neue Strukturen.

Haben Sie konkrete Empfehlungen an die Studenten (vor, während und nach dem Studium)?
So viel wie mögliche Praxiserfahrung.

Bilden Sie sich weiter, wo und wie?
Bücher, Magazine, Ausstellungen, Schulungen.

Wie würden Sie Ihr Unterrichtskonzept beschreiben?
Erlernen einer strukturierten Herangehensweise an eine Aufgabenstellung.

Wo liegen Ihre inhaltlichen Schwerpunkte, die sie vermitteln wollen?
Durch Dokumentation, Analyse und Aufgabenstellung, Probleme zu erkennen und sinnvoll zu lösen.

Wo wollen Sie Ihre Studenten hinbringen?
Design im gesamtheitlichen Prozess zu betrachten.

Wie erkennen Sie Talente?
Durch Zusammenarbeit.

Wie fördern Sie diese?
Durch persönliche Gespräche ihren Werdegang zu fördern.

Was sagen Sie zur Bildungsmisere in Deutschland?
Es fehlen mir die Worte, da ich nicht weiß, wo ich anfangen soll ...

Was unterscheidet unsere Fachhochschule von anderen Fachhochschulen, Universitäten und Akademien?
Enge Zusammenarbeit mit der Industrie.

Was ist Ihre Meinung zu der aktuellen Designkultur in München?
Endlich tritt eine Designkultur in die Öffentlichkeit ...


Informationen zu Christiane Frank

Kontakt
0173/7038018
cf@neumeister-partner.de
www.neumeister-partner.de *

Qualifikationen
1992 Abitur
1993 Gesellenbrief Töpferei
1994 Studium Industrial-Design FH Darmstadt
1997 Praktikum Neumeister Design, München
1999 Diplom Industrial-Design, FH Darmstadt, Betreuung Horst Brüning

Berufspraxis
1999 HLB Inc., Chicago, USA
2000 Neumeister + Partner, Industrial Design, München

Ausstellungen
2004 Mathildenhöhe FH Darmstadt

Preise
2001 IDEA Gold Aura Concept_The Integration of Fashion and Technology, HLB Chicago, USA
2002 Designpreis Baden-Württemberg_EMS Trolley, Neumeister + Partner, München
Red Dot_Therapieliege, Neumeister + Partner, München
2003 Red Dot_Genius Coach Analyse- und Trainingssteuerung, Neumeister + Partner, München
2004 Red Dot_AVE S 103 Spanien, Neumeister + Partner, München
Red Dot_Interflex Touchterminal IF 2338, Neumeister+Partner, München
Red Dot_Bosch Smartkey Minisender, Neumeister+Partner, München
2005 IF-Award Hanover_Interflex Datensysteme IF P600-FP
2005 Red Dot_Interflex Datensysteme IF P600-FP

Publikationen
1996 HEWI Metal Innovationswettbewerb (Bestuhlungssystem für Universitäten)
1997 Design-Report (Bestuhlungssystem für Universitäten)
1998 JADO AG (Wie kommt Wasser an den Körper?)
2000 Monographie Horst H.W. Brüning (Roboter für den Weinanbau)
2001 Werner Kurfess Promotion Universität Hohenheim (Roboter für den Weinanbau)
IDSA Magazin
2002 Aura Concept/ID Magazin
Aura Concept
International Yearbook of Industrial Design
2002/2003 Aura Concept

Persönliche Interessen
Architektur, Grafik, Reisen, Kulturen, Sammeln von Designklassikern

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