Designcenter Muenchen | Projektzentrum fuer Design an der Fachhochschule Muenchen
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Feuilleton / Interviews / Germar Wambach

Germar Wambach | Typographie
Fragen von Margit Drescher und Björn Schmidt
{ schmidt@<spamschutz>designcenter-muenchen.de }

Germar Wambach, Jahrgang 1962, arbeitete nach seinem Design-Studium als Gestalter in Frankfurt am Main. Seit 1990 ist er in München tätig, wo er 1991 sein eigenes Büro für Kommunikations-Design gründete. Seine Arbeiten wurden mehrfach international ausgezeichnet unter anderem von Graphis, TDC, Biennale Brno, Biennale Lahti, 100 beste Plakate.

SCHRIFTLICHES INTERVIEW
geführt im Februar 2005

Wie definieren Sie Kommunikations-Design?
Kommunikations-Design ist das Fachgebiet, in dem die inhaltliche Konzeption und die formale Gestaltung gesellschaftsrelevanter Kommunikationsprozesse problemlösungsorientiert entworfen werden.

Welche Bedeutung hat für Sie Design?
Formgebung ist Sinngebung.

Warum wurden Sie Designer?
Lustvoller Drang zu sinngebender Formgebung.

Warum unterrichten Sie jetzt?
Ich gebe mein Fachwissen gerne weiter und erkläre gerne Ursachen und Zusammenhänge.

Wie würden Sie Ihren Beruf selbst bezeichnen?
Kommunikations-Designer.

Sind Sie neben Ihrer Lehrtätigkeit noch künstlerisch aktiv?
„Kunst ist nur als Kunst Kunst. Alles andere ist alles andere.“ Ad Reinhardt

Welche Ziele haben Sie im Bezug auf Design und Gestaltung?
Kommunikation entsprechend den Zielen bestmöglich zum funktionieren zu bringen.

Wie möchten Sie die Entwicklung von Design und Gestaltung beeinflussen?
Selbstverständnis und Anerkennung der DesignerInnen stärken. Wir sind keine Verschönerer, wir sind Fachleute für visuelle Kommunikation. Wir ermöglichen mit unserem Wissen und Können Orientierung, Information, Reflexion und Identifikation. Wir bieten intelligente Ideen, setzen diese in ästhetisch überraschenden Lösungen um, liefern handwerkliche Perfektion und nehmen gesellschaftspolitische und soziale Verantwortung wahr.

Haben Sie Vorbilder (im Bereich Design und außerhalb)?
Keine, denen ich nacheifere. Die Designer-Kommunität „Pentagram“ und ihre langjährige Existenz beeindrucken mich.

Wovon lassen Sie sich inspirieren?
Ich hoffe, von allem.

Gibt es eine konkrete Erfahrung, die sie geprägt hat?
Keine, die unter den vielen hervorragen würde.

Haben Sie sich Ihren Beruf als Designer so vorgestellt wie er ist?
Im Prinzip: Ja. Allerdings ist man in der selbständigen Berufsausübung neben dem Gestalter auch Unternehmensberater. Dem entspricht weder die Ausbildung noch das weitläufige Image des Berufs.

Entspricht Ihr Beruf als Dozent Ihren Vorstellungen?
Meine Vorstellungen gehen viel weiter, als es die paar Stunden Lehrauftrag zulassen.

Wie wird sich in Ihren Augen unser Beruf verändern?
Kreativität bleibt unsere Kernkompetenz. Die technischen Entwicklungen dürfen uns nicht zu sehr ablenken.

Seit wann unterrichten Sie?
Sommersemester 1994

Was glauben Sie, befähigt Sie im besonderen Maße Studenten zu unterrichten?
Didaktische Aufbereitung komplexer Inhalte. Aufgreifen und ausweiten der studentischen Beiträge.

Arbeiten Sie gerne mit Studenten, unterrichten Sie gerne?
Ja, sehr.

Welche Vorraussetzungen sollten Design-Studenten für das Studium mitbringen?
Den brennenden Willen zum Gestalten, Lern- und Leistungsbereitschaft, Eigeninitiative, Aufgeschlossenheit, gute Allgemeinbildung u.a.

Was sind die häufigsten Fehleinschätzungen der Studienanfänger?
Kreativität kommt durch die Muse. Die erste Idee ist die richtige.

Haben Sie konkrete Empfehlungen an die Studenten (vor, während und nach dem Studium)?
„Glaube denen, die die Wahrheit suchen. Misstraue jenen, die sie gefunden haben.“ André Gide

Bilden Sie sich weiter, wo und wie?
Fachliteratur, Vorträge, Internet

Wie würden Sie Ihr Unterrichtskonzept beschreiben?
Wahrnehmung, Bewusstsein, Wissen und Erkenntnisse werden in Vorlesungen, Seminaren und praktischen Übungen vermittelt.

Wo liegen Ihre inhaltlichen Schwerpunkte, die sie vermitteln wollen?
Wahrnehmung: Typografie neu sehen lernen, entdecken und sich sensibilisieren.
Bewusstsein: Bedeutung der Typografie in Kommunikations-Prozessen einschätzen lernen.
Wissen: Variable Formmerkmale der Typografie lernen, aus denen sich Gestaltungsmöglichkeiten und Qualitätskriterien ergeben.
Erkenntnisse: Experimentelles und anwendungsorientiertes Arbeiten schafft eigene Erfahrung.

Wo wollen Sie Ihre Studenten hinbringen?
Über Standpunkte und Ansichten nachzudenken und dann zu einer eigenen Haltung zu finden.

Wie erkennen Sie Talente?
An ungewohnten Ideen und Umsetzungen.

Wie fördern Sie diese?
Zulassen und bestärken.

Was sagen Sie zur Bildungsmisere in Deutschland?
Weniger Bürokratie – mehr Lehre! Die Ausbildungszeiten werden kürzer, das zu Vermittelnde aber immer komplexer.

Was unterscheidet unsere Fachhochschule von anderen Fachhochschulen, Universitäten und Akademien?
Ich beziehe die Frage auf den Studiengang Kommunikations-Design: Es wird oft bemängelt, dass der Studiengang KD in München kein eindeutiges Profil hätte, während die Schwerpunkte von z.B. Köln, Leipzig und Schwäbisch Gmünd bekannt wären. Meines Erachtens ist die pluralistische Offenheit der Münchner Ausbildung ihre Stärke und die Einheit in der Vielfalt könnte ihr Profil sein. Hier werden Studierenden nicht auf ein vorgegebenes Profil beschränkt, sondern durch die im Studium initiierte Persönlichkeitsentwicklung zu originären Schwerpunkten geführt. Diese Chance sollte nicht durch zukünftige enge Fokussierung des Ausbildungsziels beseitigt werden.

Was ist Ihre Meinung zu der aktuellen Designkultur in München?
Designkultur? Ist Designszene gemeint? Bloß nicht in der eigenen Suppe kochen: „Massive Change is not about the world of design; it’s about the design of the world.“ Bruce Mau


Informationen zu Germar Wambach

Kontakt
Telefon 089/82908150
typografie@g-wambach.de
www.g-wambach.de *

Qualifikationen
Diplom-Designer (FH)

Berufspraxis
1984 bis 1989 als angestellter Gestalter in Frankfurt am Main
1990 als Freelancer in München
seit 1991 selbständig

Künstlerische Reputation
Internationale Auszeichnungen u.a. bei Graphis, TDC, Biennale Brno, Biennale Lahti, 100 beste Plakate

Persönliche Interessen
Soziales Engagement, Natur

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