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Institutionen / Galerien und Museen / Deutsches Museum

Das Deutsches Museum
Designgeschichte zum Anfassen
Von Christian Begusch

Das Deutsche Museum geht auf die Initiative des bedeutenden Ingenieurs Oskar von Miller zurück, der 1903 nach Londoner und Pariser Vorbild auch in München ein technisches Museum »zum Anfassen« begründete, in dem auf anschauliche und allgemein verständliche Weise die Entwicklung und Errungenschaften der Natur-wissenschaften samt ihren praktischen Umsetzungen vermittelt werden sollten. Der imposante Gebäudekomplex im Stadtteil Lehel wurde nach Plänen des Architekten Gabriel von Seidl auf einer Isarsandbank, der ehemaligen »Kohleninsel« erbaut, welche im 19. Jahrhundert eine der größten Floßländen Europas war und lange Zeit auch vom Militär genutzt wurde. Die großartig inszenierte Einweihung des Deutschen Museums erfolgte am 7. Mai 1925 und seit diesem Zeitpunkt werden hier internationale Meisterstücke aus Handwerk und Technik zusammengetragen, sorgfältig dokumentiert und ausgestellt. Aus der Fülle von Interessantem und Sehenswertem werden hier vorrangig die Abteilungen für Papier und Drucktechnik näher betrachtet.

PAPIER
Die Abteilung für Papier im Deutschen Museum zeigt die historische Entwicklung der Papierherstellung von ihren Anfängen bis in die heutige Zeit anhand von Modellen und Dioramen, aber auch Originalen wie Stampfwerk, Holländer, Spindelpresse oder Schöpfsiebe.

Man erfährt, dass das Papier, dessen Bestandteile aus pflanzlichen Fasern chemisch und mechanisch bearbeitet und auf diese Weise miteinander verbunden sind, vor etwa 2000 Jahren in China erstmals hergestellt wurde und in der Folge seinen Weg über Arabien bis nach Europa fand. Seit dem Ende des 12. Jahrhunderts schöpft man auch in Deutschland Papier.
Mit der Erfindung des Buchdrucks stieg die Nachfrage nach Papier enorm an und es wurde zur wertvollen und begehrten Handelsware. In der heutigen Zeit wäre ein Leben ohne Papier nur schwer vorstellbar. Speziell für Gestalter wie Illustratoren und Typografen hat Papier – der Stoff aus dem die Bücher sind - einen hohen Stellenwert und ist oft ein entscheidender Faktor bei der Bewertung der Qualität einer Arbeit. Es lohnt sich also, mehr über das Papier, seine Herstellungsweise und Verwendung zu erfahren.

DRUCKTECHNIK
Die Abteilung für Drucktechnik, schließt sich an die Abteilung für Papier an und informiert über das traditionelle Druckhandwerk, dessen industrielle Entwicklung und heutige, moderne Drucktechniken.

Um 1445 erfand Johannes Gutenberg den Buchdruck mit beweglichen, wiederverwendbaren Bleilettern, mit dessen Hilfe man Schrift maschinell vervielfältigen konnte. Dies war die Grundvoraussetzung um Bücher einem breiten Publikum preiswert, weil in hohen Auflagen produziert, anzubieten und das damit verbundene Wissen allgemein zu vermitteln. Kaum eine andere Erfindung hatte einen so maßgeblichen Einfluss auf die Weiterentwicklung der westlichen Kultur und Gesellschaft.

Beginnend bei den Ursprüngen der menschlichen Kommunikation führt der erste Teil der Ausstellung anhand von Exponaten zu den einzelnen Schriftsystemen und ihren unterschiedlichen Schreibwerkzeugen durch die wichtigsten Epochen der Druckgestaltung. Der manuelle Druck mit Bleilettern wird ebenso dargestellt wie Holzschnitt– und Kupferdruckverfahren.

Anschließend folgen Ausstellungsstücke aus dem Maschinenzeitalter der Drucktechnik. Hier wird dem Besucher unter anderem der mechanisierte Drucksatz an den Setzmaschinen von Linotype oder Monotype vor Augen geführt.
Auch die damaligen Neuheiten in der Bildreproduktion wie Lithografie, Steindruck und Reproduktionskameras, sowie eine große Fläche mit Exponaten zum Thema Druckmaschinen sind zu sehen.

Der letzte Teil der Ausstellung behandelt die moderne Drucktechnik. Hier finden sich technische Neuerungen wie beispielsweise Photosatzgeräte, Scanner und Kleincomputer zum Verarbeiten von Text– und Bildinformationen. Auch das technische Sonderverfahren des Siebdrucks, welches das Drucken auf beinahe alle Materialien ermöglicht, wird dargestellt.

SONDERAUSSTELLUNG
Als kleines »Schmankerl« für Designinteressierte bietet das Deutsche Museum zur Zeit eine Ausstellung zum Thema »analog/digital — Fotografie im Zeitalter der Elektronik«. Wer eine kleine Tour durch die letzten vier Jahrzehnte der Fototechnik machen möchte, ist hier genau richtig. Die Reise durch das Universum der elektronischen Fotoapparate beginnt bei den ersten Modellen mit eingebauter Belichtungssteuerung, Autofocus und motorgesteuerter Zoomfunktion und endet bei den modernen Digitalkameras mit Megapixeln und Speicherkarten.

Diese Ausstellung dient als Einstimmung auf die in den nächsten Jahren geplante Wiedereröffnung der Dauerausstellung »Foto + Film«.

FÜHRUNGEN
In der Abteilung für Papier werden regelmäßig Vorführungen angeboten. Die Technik des Handschöpfens von Papier wird ebenso vorgestellt, wie die Funktionsweise der Langsiebpapiermaschine. Näheres erfahren Sie auf der Homepage des Deutschen Museums.

KONTAKT
Deutsches Museum
Museumsinsel 1
80538 München
Telefon 089 2179-1
Fax 089 2179-324
e-Mail information@deutsches-museum.de
Homepage www.deutsches-museum.de

ÖFFNUNGSZEITEN
Geöffnet: täglich von 9.00 bis 17.00 Uhr.
Geschlossen: Faschingsdienstag, Karfreitag, 1. Mai, Allerheiligen, Heilig Abend, erster Weihnachtsfeiertag, Silvester, Neujahr

EINTRITTSPREISE
Erwachsene 7,50 Euro, ermäßigt 5,00 Euro, Schüler und Studenten 3,00 Euro.
Mehr Informationen zu den Ermäßigungen erhalten Sie auf der Homepage des Deutschen Museums.

ANREISE
Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln. S-Bahnen Haltestelle Isartor,
U-Bahn U1/U2: Haltestelle Fraunhoferstraße, Tram Linie 18: Haltestelle Deutsches Museum.
In der näheren Umgebung gibt es einige Parkgaragen, beispielsweise die Parkgarage des Gasteig. Aufgrund der angespannten Parkplatzsituation ist die Anfahrt mit dem PKW jedoch nicht zu empfehlen.

Quelle: www.deutsches-museum.de

Stand: 01.2005

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