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Wissen / Designgeschichte

Designgeschichte München
Zusammengestellt von Monika Bock

1825 | Unter Ludwig I. * wird München zum Kunst- und Kulturzentrum. Er schuf das kulturelle Fundament, von dem München bis heute nachhaltgig profitiert.
1854 | Errichtung des Glaspalastes.
1855 | Franz von Lenbach * kommt zum Studium an die Königliche Akademie der Bildenden Künste nach München.
1862 | Riemerschmid-Handelsschule wird gegründet, diese wird 1898  von der Stadt übernommen.
1868 | Gründung der »Künstlergenossenschaft«.
1869 | Erste Internationale Ausstellung im Glaspalast.
1873 | Gründung des Künstlerkreises »Allotria« *.
1874 | Erste von acht Impressionisten-Ausstellungen in Paris (bis 1889).
1878 | Otto Hupp zieht nach München.
1879 | Zweite internationale Ausstellung im Glaspalast.
1880 | Der Höhepunkt der »Münchner Renaissance« * (bis 1890). Diese fast ausschließlich auf München beschränkte Bewegung wirkt jedoch auch nach der Jahrhundertwende weiter; Franz Marc wird in München geboren.
1884 | Lenbach porträtiert Papst Leo XIII. in Rom und 1879 bis 1895 wiederholt Bismarck; er ist der gefragteste und teuerste Porträtmaler Deutschlands.
1885 | Otto Hupp gestaltet erstmals den »Münchner Kalender« (bis 1936); Franz Stuck wird Schüler von W. Lindenschmidt.
1886 | Unter der traditionellen und konservativen Haltung (im Sinne König Ludwig I.) von Prinzregent Luitpold (bis 1912) entwickelt München sich nun endgültig zum Kunst- und kulturzentrum.
1887 | Photoatelier »Elvira« wird eröffnet, dessen von August Endell entworfene Fassade Aufsehen erregt. Endell ist neben Hermann Obrist ein Vertrete der expressiven Variante des Jugendstils. Kaulbach- und Lenbachvilla werden erbaut.
1888 | Dritte internationale Ausstellung im Glaspalast.
1889 | Die ersten drei internationalen Jahresausstellungen im Glaspalast.
1890 | Gründung der »Typographischen Gesellschaft München« *.
1893 | Gründung des Vereins bildender Künstler »Münchner Sezession« *; Erste Internationale Ausstellung der Sezession im eigenen Gebäude an der Prinzregentenstraße; Das Künstlerhaus entsteht nach Plänen von Gabriel Seidl unter Mitwirkung von Franz von Lenbach.
1894 | Zusammenschluss einiger Maler der Sezession wie beispielsweise Lovis        Corinth, Max Slevogt und Otto Eckmann zur »Freien Vereinigung«; Thomas Mann zieht nach München. Er wird 1936 offiziell von den Münchnern ausgebürgert.
1895 | Wassily Kandinsky zieht nach München.
1896 | Gründung der Luitpoldgruppe als Abspaltung von der »Münchner Künstlergenossenschaft«; Herausgabe der Zeitschrift »Jugend« unter Georg Hirth und des »Simplicissimus« unter Albert Langen.
1897 | Gründung der »Vereinten Werkstätten für Kunst und Handwerk München«; Gründung der Künstler-Vereinigung »Neu-Dachau« unter anderem von Hölzl-Langhammer und Dill; Wassily Kandinsky und H. v. Jawlensky sind Schüler bei Anton Azbé; »Dekorative Kunst« erscheint im Bruckmann Verlag; Errichtung der Stuckvilla; Alfred Kubin studiert an der Akademie der Bildenden Künste und lebt in München.
1900 | Typographische Blütezeit (1900 -1930) *; Gründung des »Münchner Künstlerhaus Vereins«, erster Präsidentwird Lenbach; An der Kunstakademie studiert Paul Klee und Wassily Kandinsky bei Franz Stuck; Franz Marc ist Schüler bei G. v. Hackl und W. von Diez. Lovis Corinth verlässt München.
1901 | Gründung der Künstlervereinigung »Phalanx« mit Wassily Kandinsky als Präsident.
1902 | Gründung des »Lehr- und Versuchsateliers für angewandte und freie Kunst«, wegen des Gründers Wilhelm von Debschitz wird diese Institution auch unter dem Namen »Debschitz-Schule« bekannt.
1903 | Thomas Manns Erzählung »Gladius Dei« * mit den Anfangsworten »München leuchtet« erscheint. Er nimmt darin die Münchner Bücherverbrennungen und die Vorliebe der Münchner »Einheimischen« für den Nationalsozialismus vorweg; Gründung »Deutscher Künstlerbund« als Dachorganisation der verschiedenen »Sezessionen«.
1904 | »Münchner Sezession« * stellt mit dem »Deutschen Künstlerbund« am Königsplatz aus. Von den ausstellenden Künstlern haben viele in München gelebt: Max Daiso; Markus Behmer, Bernhard Pankok, Bruno Paul, Richard Riemerschmidt, Franz Ringer, Hermann Obrist; unter der Regie der Vereinigten Werkstätten werden auch mehrere komplette Zimmereieinrichtungen von Henry van de Velde, Bernhard Pankok, Bruno Paul und Fritz Erler gezeigt; Franz von Lenbach stirbt, »Phalanx« stellt Neoimpressionisten aus.
1906 | Paul Klee siedelt nach München über.
1907 | Gründung »Deutscher Werkbund« *; Emil Preetorius zieht nach München; Gründung »Neue Künstlervereinigung« Mitglieder waren beispielsweise Gabriele Münter, Wassily Kandinsky, Alfred Kubin und Marianne von Werefkin; Erste Ausstellung der »Neuen Künstlervereinigung« in der Galerie Thannhauser in München.
1910 | Kandinsky malt in München das erste abstrakte Bild.
1911 | Das alte Krankenhaus wird der »Photographischen Lehranstalt« übergeben; Erste Internationale Ausstellung des »Blauen Reiter«, unter anderem mit Kandinsky,Franz Marc, Gabriele Münter, August Macke; dies war die vorläufig letzte Sternstunde der Malerei in München; Parallelgruppe dazu ist »Die Brücke« in Dresden.
1912 | Almanach der »Blaue Reiter« erscheint beim Piper Verlag München; Erstes Rasterbild auf Zeitungspapier erscheint bei der »Neuen Freien Volkszeitung München«;   Der österreichische Kunstmaler Adolf Hitler kommt nach München.
1913 | Gründung »Neue Sezession« in der Galeriestraße; Gründung »Deutsche Werkstätten«; Richard Riemerschmid wird Direktor der Kunstgewerbeschule Fritz Helmut Ehmcke wird als Leiter der Münchner Kunstgewerbeschule in der Luisenstraße, der späteren Staatsschule für angewandte Kunst, dann Akademie für angewandte Kunst, berufen; Gabriel von Seidl wird Ehrenbürger, verstirbt im gleichen Jahr.
1914 | Franz Marc fällt vor Verdun; die Rupprecht-Presse von Fritz Helmut Emcke wird gegründet; Anna Simons zieht nach München.
1918 | Gründung »Feldgrauer Künstlerbund«.
1919 | Adolf Hitler wird am 16. September Mitglied der von Anton Drexler gegründeten Deutschen Arbeiterpartei; Die Münchner Idylle »Herr und Hund« von Thomas Mann, mit Buchschmuck von Emil Preetorius, erscheint bei Knorr & Hirth.
1920 | Fritz August von Kaulbach stirbt in Ohl-Stadt.
1921 | Gründung der SA (Sturmabteilung) am 4. November durch Hitler; Riemerschmid wird Erster Vorsitzender des »Deutschen Werkbundes«.
1923 | Jubiläumsausstellung der »Münchner Sezession« in der Galerie Paulus; das Graphische Kunstkabinett von J. B. Neumann wird von Günther Franke übernommen; Hitlerputsch.
1924 | German Bestelmeyer wird Direktor Akademie der bildenden Künste; Lenbachvilla von der Stadt angekauft (Sammlung als Geschenk); Hermann Sinsheimer wird Redakteur des »Simplicissimus«.
1925 | Gründung der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei; Erscheinen der Zeitschrift »Das Zelt« von Fritz Helmut Ehmcke bis 1929.
1927 | Eröffnung der »Meisterschule für Deutschlands Buchdrucker« unter Leitung von Paul Renner.
1928 | Ausstellung »60 Jahre Künstlergenossenschaft« im Glaspalast; Franz von Stuck stirbt.
1930 | Wirtschaftliche Not: von 729.000 Einwohnern sind 46.457 arbeitslos; Barlow Palais in der Brienner Straße wird zum »Braunen Haus« für die NSDAP. Es wurde von Paul Ludwig Troost 1924 umgestaltet.
1931 | Eröffnung der »Deutschen Meisterschule für Mode«; Glaspalast-Brand am 7. Juni: 110 Gemälde deutscher Romantiker und zeitgenössischer Künstler werden zerstört;
1933 | Adolf Hitler wird Ehrenbürger der Stadt München; am 30. Januar Ernennung zum Reichskanzler. Der Grundstein für das »Haus der Deutschen Kunst« wird gelegt.
1934 | Unter der Leitung von Guido Harbers entsteht die Mustersiedlung Ramersdorf; Georg Trump wird als Nachfolger von Paul Renner Leiter der »Meisterschule für Deutschlands Buchdrucker«.
1935 | Hitler verleiht München die Bezeichnung »Hauptstadt der Bewegung«; in der Staatsgalerie Ausstellung »Die Anfänge der Münchner Tafelmalerei«.
1936 | Neues Stadtwappen von Richard Klein mit Hakenkreuz und Münchner Kindl (bis 1945).
1937 | 16. bis 20. Juli »Tage der deutschen Kunst«; Einweihung »Haus der Deutschen Kunst«; Im Jahr 1937 wurde das »Haus der Deutschen Kunst« nach Plänen von Paul Ludwig Troost – unter sehr persönlicher Teilnahme Hitlers – fertiggestellt. Die finanziellen Mittel stammten aus Kreisen der deutschen Industrie. Obwohl die Räume des »Hauses der Deutschen Kunst« alles andere als ideal für eine vorteilhafte Darbietung von Kunstwerken sind, müssen sich die Künstler mit den nun einmal gegebenen Raum- und Beleuchtungsverhältnissen abfinden; Eröffnung der Ausstellung »Entartete Kunst« in der Galeriestraße.
1938 | Auflösung der »Münchner Sezession« sowie aller anderen Künstlergruppen durch die Nationalsozialisten; Theodor Fischer stirbt.
1939 | 1. September Ausbruch des II. Weltkrieges.
1940 | Zerstörung von Bauten und Originalausstattungen durch Luftangriffe (bis 1945); Prestel-Verlag von Frankfurt zugezogen.
1941 | Umbenennung der Kunstgewerbeschule in »Akademie für angewandte Kunst«; Die Nazinalsozialiste Deutsche Arbeiterpartei verbietet die Deutsche Fraktur; Deutsche Normalschrift in der Schule eingeführt.
1946 | Neugründung der »Münchner Sezession«; Wiedereröffnung der städtischen Galerien; Ausstellung »Neue Gruppe«; Gründung des Zentralinstituts für Kunstgeschichte.
1948 | Gründung der »Bayerischen Akademie der schönen Künste«
1949 | Neues Münchner Stadtwappen; Erste große Kunstausstellung im Haus der Kunst durch die Künstlergruppe »Der Blaue Reiter«.
1950 | Wiederaufbau der Kunstakademie.
1952 | München hat 873.165 Einwohner, davon sind etwa 250.000 nach München übergesiedelt.
1956 | Die Meisterschule für Deutschlands Buchdrucker wird unter Leitung von Herbert Post in »Akademie für das Graphische Gewerbe« umbenannt.
1957 | Eduard Ege fertigt Entwurf für das neue Stadtwappen.
1958 | Wohnungsnot; 800-Jahrfeier München.
1960 | München hat 1.102.914 Einwohner, davon etwa 20% Vertriebene und Flüchtlinge;
Sammlung von Emil Preetorius wird vom Völkerkundemuseum übernommen; Zunehmende Verluste alter Bausubstanz durch Verkehrsausbau und Stadtbaumaßnahmen.
1961 | Wiedereröffnung des Künstlerhauses.
1962 | Willy Fleckhaus, Deutschlands erster Art Director, ist Gestalter und Chefredakteur der »Münchner Illustrierten« und der »twen«.
1972 | Otl Aicher (Beirat: Anton Stankowski, Assistent: Rolf Müller) entwickeln unter Willi Daume (OB Jochen Vogel) das Corporate Design der Olympischen Spiele 1972; Willy Fleckhaus gestaltet die offiziellen Bücher des Internationalen Olympischen Komitees.
1981 | Eröffnung der Neuen Pinakothek im Neubau an der Barer Straße.
1983 | München besitzt die meisten Museen unter allen Städten der Bundesrepublik und weist die höchste Zahl an Besuchern auf.
2002 | Eröffnung der Pinakothek der Moderne am 17. September.
2005 | Eröffnung des Designcenter München am 15.Juni.

Quellen:
Bayerische Landeszentrale für politische Bildungsarbeit: Kulturstaat Bayern 19. und 20. Jahrhundert. 1. Aufl. München: Universitätsdruckerei Dr. C. Wolf & Sohn, 1997.
Bayerische Landeszentrale für politische Bildungsarbeit: Geschichte des modernen Bayern. Königreich und Freistaat. 2. Aufl. München: Passavia Druckservice GmbH Passau, 2000.
Campell, Joan: Der Deutsche Werkbund. Stuttgart: Ernst Klett, 1981.Hauffe, Thomas: Design–Schnellkurs. 6. Aufl. Köln: DuMont Buchverlag, 2002.
Heise, Renate: Die Münchner Sezession und ihre Galerien. München: Karl J. Lipp, 1997.
Hollweck, Ludwig: Was war wann in München. München: Verlag Christine Unverhau, 1982.
Hundert Jahre Typographische Gesellschaft München. TGM-Bibliothek. München 1990.
Kloetzle, Michael und Carsten M. Wolff: Fleckhaus – Deutschlands erster Art Director. München, Berlin: Klinkhardt & Biermann, 1997.
Nerdinger, Winfried: Richard Riemerschmid vom Jugendstil zum Werkbund. München: Prestel-Verlag, 1982.
Schuster, Peter-Klaus: München leuchtet. München: Prestel-Verlag, 1984.
Selle, Gert: Geschichte des Design in Deutschland. Studienausgabe. Frankfurt am Main, New York: Campus Verlag, 1997.


Stand: 05.2005

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